Tagebücher und Challenges im Homeschooling

Als vor gut zwei Wochen die vorläufigen Schulschließungen beschlossen wurden, stellten sich uns neben den organisatorischen Herausforderungen vor allem die Frage danach, wie wir unsere Schülerinnen und Schüler weiter begleiten und versorgen können.

Wie funktioniert Lernen zu Hause?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich kein großer Freund von Videokonferenzen oder dem Versuch, den realen Unterricht 1:1 in einer virtuellen Umgebung abzubilden, bin. Würde für mich als Lernenden nicht funktionieren und ich zweifle auch daran, dass dieser Versuch der Kolleginnen und Kollegen Früchte trägt, wenngleich ich das Engagement und den Eifer sehr schätze. Ich glaube einfach nicht, dass sich die Jugendlichen von 7.30 Uhr bis 13 Uhr vor den Rechner setzen, nur um die Lehrkraft zu sehen oder Stoff zu lernen. Was aber bringt ihnen was und wie kann ich das selbst leisten bei den eigenen Kindern zu Hause?

Die Idee eines Tagebuches

Ich unterrichte hauptsächlich eine Fremdsprache mit Jugendlichen, von denen die meisten über 18 sind und die positiven und negativen Seiten des Internets schon kennengelernt haben. Was sie weniger kennen (und können), ist, sich in der Fremdsprache mündlich auszudrücken, was für mich und meinen Vermittlungsansatz aber essentiell ist. Irgendwann bin ich dann über die fantastische Idee von Nina Bücker gestoßen: ein multimediales Tagebuch über eine Padlet-Pinnwand (Padlet Nina).

Also hab ich mich hingesetzt und auch ein verschachteltes Padlet (Startseite mit Auftrag und Meta-Padlet mit den jeweiligen Schüler-Padlets) aufgesetzt mit dem Auftrag, dass meine Schüler mir von ihrem Tag, was sie so tun und wie es ihnen so geht, berichten sollen, zunächst egal in welcher Form, aber natürlich am liebsten als Video oder Audio.

Erste Erkenntnisse

Was mir (und uns als Klassengemeinschaft) hier sehr geholfen hat, ist die Tatsache, dass meine Schülerinnen und Schüler die gemeinsame Arbeit an einem Padlet aus dem Unterricht bereits kannten. So kamen relativ schnell viele der Jugendlichen ins Tun (und nach einer netten Aufforderung auch der Rest, wenngleich ich fairerweise sagen muss, dass ich auch Schüler habe, die bisher ganz wenig oder gar nichts eingereicht haben). Die Schüler konnten sich die Zeit frei einteilen und darüber sprechen und schreiben, was ihnen auf dem Herzen lag. Das ist bisher auch das ganz besonders Tolle an dem Projekt. Viele Schülerinnen und Schüler berichten mir darüber, wie es ihnen mit der Situation geht und wie sie trotzdem versuchen, klarzukommen. Ein (für mich) ganz großes Geschenk. Und, quasi „nebenbei“, tun sie auch noch etwas für ihre Sprachkompetenz in einem geschützten Rahmen. Auf den geposteten Beitrag erhalten sie von mir eine Rückmeldung, die manchmal eine Antwort ist, ein Dankeschön für die Offenheit oder auch eine Korrektur. Ein sehr schönes Ping-Pong-Spiel. Bisher bin ich also restlos begeistert.

Weitere (mögliche) Schritte

Was mir bei der ganzen Geschichte noch vorschwebt sind verschiedene Challenges, die ich in die Tagebücher einbauen und mit den Schülern gemeinsam, denn auch ich  führe Tagebuch über die Zeit (Hier anzusehen), gestalten möchte.

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