Fachkompetenzen Spanisch – Erweiterung des digitalen Lernens durch interaktive Videos

Generelle Vermittlungsziele

Allgemein sollen bei der Vermittlung der Fremdsprache Spanisch drei Schwerpunkte im Besonderen in den Vordergrund gestellt werden:

  1. Vermittlung von Sprachkompetenz: Das reine und freie Sprechen stellt einen Vermittlungsschwerpunkt dar, da es zum Einen die Kernkompetenz einer jeden Sprache ist und zum Anderen Spanisch von den SuS nur als mündliches Prüfungsfach gewählt werden kann. Die restlichen Kompetenzen werden dem Sprechen hintenangestellt.
  2. Vermittlung im Sinne des 4K-Modells: Die 4K´s (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken) sind wohl die Basiskompetenzen unserer Zeit (21st Century Skills ) und sollen sowie können im Spanischunterricht in besonderem Maße gefördert werden.
  3. Individuelle Förderung nach dem MIFD: Die Möglichkeiten der individuellen Förderung orientieren sich an dem “Modell der individuellen Förderung mit digitalen Medien (MIFD)” und können je nach Bereich unterschiedlich stark digital ausgeprägt sein.

Vermittlungsziele orientiert am SAMR-Modell

Bezogen auf den Lehrplan für berufliche Gymnasien soll im Fach Spanisch neben der Förderung der sprachlichen Kompetenzen (Lesen, Sprechen, Schreiben) und der Vermittlung von phonologischen, lexikalischen und grammatikalischen Kompetenzen auch ein erweitertes Wissen über landeskundliche Themen Spaniens und Lateinamerikas vermittelt werden. Das gesamte Lernen und Lehren geschieht unter dem Aspekt der Handlungsorientierten Themenbearbeitung (HOT).

Übertragen auf den Einbezug von Tablets nach dem SAMR-Konzept sollen diese Kompetenzen nach den einzelnen Einführungsebenen wie folgt gefördert werden.

  1. Ebene (Ersetzung/Substitution)

Auf dieser Ebene ersetz das digitale Medium sein analoges Pendant. Demzufolge kann das Schreiben von Texten digital über Pages, Word oder WPS Office erfolgen, Plakate können durch Paper 53 kreiert und verfeinert werden. Lexikalische und grammatikalische Kompetenzen sowie Landeskunde werden unterstützend durch Internetrecherche vertieft. Es besteht zudem die Möglichkeit, über Mindmap- oder CMap-Tools Wissen zu sammeln und zu strukturieren.

  1. Ebene (Erweiterung/Augmentation)

Zu dem reinen Texteschreiben wird die Möglichkeit der intermedialen Verlinkung beispielsweise über QR-Codes zu tiefergehenden Informationen vor allem im Bereich der Vermittlung landeskundlicher Themen hinzugenommen. Weiterhin können Bilder, Stadtpläne oder Landschaften über ThingLink mit zusätzlichen Informationen und Material versehen werden. Das Sammeln und Zusammenfügen des Materials kann durch die Schüler mit Book Creator übernommen werden.

  1. Ebene (Änderung/Modification)

Auf dieser Ebene beginnt die Transformation zum reinen digitalen Lernen. Es können mittels Aurasma Plakate zu grammatikalischen Themen durch kurze Erklärungssequenzen hinterlegt werden, Landesbilder werden durch Skitch, Fotos oder Explain Everything annotiert und so verdeutlicht.  Eine weitere Veränderung findet durch die Hinzunahme Tablet-gestützter Ausspracheübungen mit Duolingo statt. Überprüfungen der Aussprache können über Audiodateien mit entsprechendem Feedback (mittels Opinion) versehen werden, das Sprechen generell wird durch die Verwendung von Audio-Mitschnitten über Garage Band oder Videosequenzen mit der Kamera in eine geschützte Umgebung verlagert.

  1. Ebene (Neubelegung/Redefinition)

Auf der vierten Ebene soll die vollständige Integration des Tablets in den Unterricht vollzogen werden und gleichzeitig das digitale Lernen durch die Hinzunahme interaktiver Videos erweitert werden. Neben Erklärvideos seitens des Lehrers beispielsweise mit ExplainEverything besteht hier die Möglichkeit der individuellen Abfrage des Wissens über  EDPuzzle oder H5P. Durch die Verwendung von TouchCast und die damit verbundene Simulation alltagsnaher Situationenkann der Schüler in die Rolle der Lehrkraft versetzt werden. Somit findet unter Umständen eine Veränderung der Rollenverteilung statt, die auch angestrebt wird. Eine große Rolle soll auch die durch die Verwendung digitaler Werkzeuge mögliche Kollaboration und Kooperation spielen, die durch beispielsweise ZUMpad ermöglicht werden kann.

 

 

 

 

Icebreaker für Klassenlehrer

Kommendes Schuljahr darf ich wieder eine Klasse als Klassenlehrer übernehmen – eine Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Als eines der wichtigsten Dinge eines Klassenlehrers erachte die das schnelle Kennenlernen der mir anvertrauten Schüler und eben diesen einen Raum und eine Atmosphäre des Wohlfühlens und der Wertschätzung zu vermitteln, ihn gleich zu pädagogisch zu wirken. Ich fragte daher auf Twitter nach Eisbrechern und kleinen, einfachen, Kennenlernspielen. Die Meldungen und Ergebnisse habe ich gesammelt und versucht zu strukturieren, hier das Ergebnis:

  1. Kennenlernen
  • Soziometrische Übungen: Alphabethisch aufstellen: Vor- und Nachnamen Der Größe nach aufstellen Dem Alter nach, gemäß Wohnort – Schulort
  • Im Kreis aufstellen: wer hat keine, ein, zwei drei und mehr Geschwister, wer war auf einem beruflichen Gymnasium, wer hat einen Hund, Katze, ein eigenes Auto, war schon mal in Italien, wer kann Skifahren, wer hat eigene Kinder, wer fährt Motorrad, spielt ein Instrument, …was noch? Vorschläge!
  • Variante: Ich – Ich nicht: Raum teilen und „Ich“ in die eine Hälfte legen, „Ich nicht“ in die andere Hälfte Ich esse vegetarisch Ich habe ein Auto, Ich jogge/treibe Sport Ich liebe laute Musik (Rock/Pop/Klassik) Ich …..Ideen/Vorschläge ca. 10-15 Min.
  • Wahrsagen: Schüler äußern sich in Vermutungen über Lehrer – ein Moderator muss leiten, ca. 10 Min.
  • Stern mit Infos über Lehrer: Lehrer schreibt an die Eckpunkt des Sterns Informationen über sich auf (z.B. 3 = 3 Kinder, Heidelberg = Heimatstadt etc.). Schüler müssen diese nun erraten.

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  1. Schneballschlacht:

Alle schreiben 3 Dinge über sich auf einen Zettel. Die Zettel werden in die Mitte geworfen und so verteilt. Jeder liest die drei Eigenschaften des anderen vor, die Klasse muss raten wer es ist.

  1. Fun-/ Fake- Facts

Jeder Schüler erzählt 3 Fakten über sich, eine davon ist unwahr. Lehrer muss erraten, welche unwahr ist (mit Einsatz). Variante: Jeder schreibt 2-3 Funfacts über sich auf. Lehrer liest vor, 3-4 stehen auf, Klasse muss raten wer der Urheber ist.

  1. Gruppeninterview: ich interviewe den, der gegenüber von mir sitzt (in die Augen schauen) Jeder allein überlegt sich zuerst Fragen, die er/sie dem anderen stellen will: was könnte für die anderen interessant und wichtig sein (außer: Schule, Fächer…). Zu zweit zusammen gehen und sich austauschen: das fragen, von dem man glaubt, es sei für die  anderen wichtig oder interessant, aufschreiben,  was nachher bei der Vorstellungsrunde gesagt werden soll. Zeit: ca. 5 Min./pro Person  Wechsel Vorstellen im Plenum (max. 1 Min/Person) ca. 25 Min.  Danach Reflexion im Tandem: Austauschen: Wie habe ich das erlebt, was habe ich ausgesucht und was wollte ich nicht sagen,… ca. 3 Min.  Meta-Ebne: Wie war das jetzt für Sie? Sind Sie so vorgestellt worden, dass es ok ist oder wollen Sie etwas ergänzen? ca. 3 Min.  Sinn der Übungen:  Wahrnehmungsübung, Gruppe erleben, in der Schule anwendbar. Gesamtzeit: 60 Min.
  2. Vorstellen einer anderen Methode: Name: Charakterisierung nach Buchstaben:
D (Dogs, Daimler,…
A  
   
   
   
 

 

Abschließend noch ein Dankeschön an alle, die mich bei dem Finden unterstützt und mit tollen Ideen bereichert haben, ihr rockt!

Workshop Erlebnis auf den #tabletdays

Ja, die Tabletdays in Rorschach waren geil, inspirierend und sehr motivierend für die kommenden Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre. Ja, es gab sehr gute und tolle Keynotes. Ja, der fachliche und persönliche Austausch war atemberaubend. Ja, und das alles steht schon sehr gut zusammengefasst von @woe_Real auf BayernEDU: http://bit.ly/2sjJa4t

Dennoch möchte ich in wenigen Worten einen Workshop beschreiben, der mich, auch wenn (oder gerade weil) er nicht zwingend auf die Verwendung von digitalen Medien angewiesen ist. Der Workshop von Marcel Kaufmann zum BreakoutEDU. Ich versuche, diesen Workshop zu skizzieren. Man möge mich korrigieren, wenn ich Zusammenhänge nicht richtig darstelle, ich beschreibe meine Herleitung.

Ausgangspunkt ist der sogenannte Escape- oder Breakout-Room, bei dem es darum geht, mithilfe des Lesens von Rätseln so schnell wie möglich aus einem verschlossenen Raum heraus zu gelangen. Dieses Prinzip wird nun dahingehend umgedreht, dass man die Rätsel lösen muss, um einen Koffer mit einer Belohnung (in unserem Fall waren es Süßis) in einer bestimmten Zeit zu öffnen. So waren an dem Koffer verschiedenartige Schlösser angebracht, an denen man eine Zahlen- oder Buchstabenkombination erraten musste oder eben durch die Lösung eines Rätsel erhielt. Man konnte insgesamt auch zwei „Hints“, also Ratschläge, bekommen, die zunächst aber für alle vollkommen außer Frage standen. Die Rätsel bestanden stellenweise aus Text, aus dem ein gewissen Lösungswort rauszulesen war, aus ägyptischen Hieroglyphen oder aus QR-Codes (oder waren es Links? Weiß ich nicht mehr). Das Knifflige daran war, dass man bei den Rätseln sehr um die Ecke denken musste (was sich für uns Workshopteilnehmer als relativ schwierig herausstellte) und man, selbst wenn man des Rätsels Lösung kannte, nie genau wusste, welches Schloss mit welcher Lösung zu knacken war. Aber es hat Spaß gemacht.

Ich stelle mir BreakoutEDU sehr gut bei Klassenfindungsprozessen vor, vor allem zum Kennenlernen der einzelnen Charaktere innerhalb einer Klasse. So zeigte sich auch bei uns schnell, wer z.B. die Führung übernahm oder wer lieber zuarbeitete. Alles in allem eine sehr spannende Erfahrung.

Erfahrungsbericht Studienfahrt

Dieses Jahr durfte (oder musste) ich zum ersten Mal unsere Studienfahrt organisieren. Genauer gesagt eine unserer Studienfahrten, nach Almería, Andalusien, Südspanien. Warum dorthin? Warum dieser weite Weg? Nun, wir sind ein Technisches Gymnasium mit dem Profil Umwelttechnik und die Studienfahrt nach Almería bietet (auch in meinen Augen) eine optimale Verbindung von Bezug zum Profilfach, kulturellen Einflüssen und tollen Erlebnissen für die Schüler.

Neben den fachlichen und kulturellen Programmpunkten hatte ich mir vor allem auf die Fahne geschrieben, einen kleinen Beitrag zur Förderung von #digitalerBildung oder #zeitgemäßerBildung gemeinsam mit den Schülern zu leisten. Genauer gesagt war der Plan, eine Schülergruppe einen Blog über die Reise verfassen zu lassen, der von den restlichen Schülern mit theoretischen Informationen über die einzelnen Programmpunkte sowie einem V-Log einer anderen Gruppe gefüttert wird (den Link zum Reise-Blog findet ihr hier: Reise-Blog Almería). Im Folgenden möchte ich mich in meinem Erfahrungsbericht gerne auf die Erlebnisse mit dem Blog (und seinen Zutaten)  beschränken, da es sonst wahrscheinlich ausufern würde 🙂

Bereits vor Abflug begann also unsere gemeinsame Organisation und Arbeit an dem Blog. Arbeitsverteilung (wie wird der Blog von allen getragen? Wer macht welchen Teil der Arbeit?) und Bereitstellung der Zutaten (Wie kommen die fachlichen Infos zur Gruppe?) waren hierbei die Hauptpunkte. Schnell zeigte sich hier zweierlei:

  • das große Engagement der Schüler beim Erstellen des Blogs
  • die Problematik des Urheberrechts, genauer gesagt die Unkenntnis darüber, wie man welche Bilder verwenden darf und welche nicht

Im Endeffekt haben wir uns darauf geeinigt, nur selbstgeschossene Bilder zu verwenden und mich als Eigentümer des Blogs zu benennen (auch ein Problem: einige Schüler sind noch unter 18).  Generell kann ich sagen, dass die Arbeit an dem Blog vor und während der Studienfahrt super geklappt hat (was größtenteils dem riesigen Engagement und der tollen Arbeit der Schüler geschuldet ist). Was leider nicht funktioniert hat war die Einbettung eines V-Logs in den Blog. Hauptursache hierfür war jedoch nicht die Planung und Arbeit der Schüler, sondern vielmehr technische Probleme, die wir im Laufe der Studienfahrt nicht in den Griff bekommen haben. So müssen wir wieder eine zentrale Vorführung des Films daheim organisieren, was für mich einen kleinen Wermutstropfen darstellt. Kommendes Jahr wird es dennoch einen neuen Versuch geben, hoffentlich sogar mit noch mehr Einbezug der Schüler in die Planungsphase.

Generelles Schlussfazit: Es wird dir von den Schülern sehr gedankt, wenn du dich um Neuerungen bemühst und auch vieles verziehen, solange das Engagement und die Zusammenarbeit stimmt.

 

Engagement auf Knopfdruck?

Eines vorneweg: Ich halte Leistung, Hingabe und Engagement im Lehrberuf für wahnsinnig wichtig und es gibt in meinen Augen wenig Schlimmeres als einen Lehrer, der „Dienst nach Vorschrift“ macht und nur „seinen Stiefel runter unterrichtet“. Deshalb engagiere ich mich, ich liefere Leistung ab und betrachte mich in einigen Bereichen als einer der treibenden und führenden Kräfte an der Schule. So weit so gut, nicht?

Mein großes Problem fängt jedoch genau hier an. Ich tue mir schwer damit, mein Engagement in die „richtigen“ schulischen Prozesse zu kanalisieren bzw. nehme ich es verstärkt wahr, dass mein Engagement und meine Leistungsbereitschaft nur in einem bestimmten, abgesteckten Rahmen erwünscht sind .“Super, der Kollege hat soundsovielte Überstunden, er ist immer da und ansprechbar“. Das ist bewundernswert. So bin ich nur nicht. Ich habe eine Familie, die ich über alles liebe und für dich ich da sein will (und auch muss, da meine Frau auch berufstätig ist). Daher bin ich nicht von 7h-19h in der Schule und arbeite dort, sondern unterrichte meine Stunden und gehe danach heim, weil ich da gebraucht werde. Für mich geht es dann abends oder in den Ferien verstärkt an den Schreibtisch und ich bekomme selten mehr als 5 Stunden Schlaf die Nacht. Das ist meiner Meinung nach auch ein wahnsinnig großes Plus des Lehrerdaseins, sich seine Zeit halbwegs frei einteilen zu können. In Zeiten einer (auch an meiner Schule) zunehmenden Digitalisierung ist es in meinen Augen auch nicht mehr nötig, ständig an der Schule zu sein und dort ansprechbar zu wirken.

So arbeite ich also nun daheim, entwerfe Stunden, Konzepte und Lernvideos, werfe meine kompletten Unterrichtssettings über den Haufen und überlege neu, kommuniziere und diskutiere in verschiedenen sozialen Netzen, schlafe wenig und bilde mich neben dem intensiven Austausch bei Tagungen, Kongressen und Weiterbildungen fort, versuche mich zu vernetzen. Alles das, um meinen Schülern einen zeitgemäßen und attraktiven Unterricht gewährleisten zu können, was sie mir aktuell mit viel Einsatzbereitschaft und einem tollen Klassen- und Lernklima zurückzahlen. Um die Kurve zu meinem Problem (Engagement) wieder zu bekommen: Das sieht halt in der Schule niemand und ich bekommen den „Hinweis“ einer zu verbessernden Verfügbarkeit (definiere nach Wunsch). Und so stehe ich da, ratlos und zunehmend verzweifelt. Ist also Engagement im schulischen Kontext gleichzusetzen mit Anwesenheit? Ist das wirklich alles? Sei da, unterrichte und setze dich danach an deinen Schreibtisch, damit du bloß da bist und engagiert wirkst? Nicht im Ernst, oder..?

 

 

#DigitaleBildung als Buzzword?

Es folgt eine (hoffentlich) kurze Erkenntnis und Meinung:

Wenn ich eines durch Lesen und Mithören in den letzten Wochen erfahren habe, dann doch dass die Spannbreite des Verständnisses, was denn nun digitale Bildung (oder ein andres beliebiges Schlagwort in dem Bereich) ist und sein soll, riesig ist. Bin ich ein digital unterrichtender Lehrer, wenn ich in der Klasse Kahoot! spielen lasse? Oder bin ich es erst dann, wenn ich in jeder Stunde mit den verschiedensten digitalen Tools beständig die oft beschworenen 4 K’s schule? Oder liegt die endgültige Eingliederung, ab wann ich das von mir behaupten kann, irgendwo dazwischen?

Mir persönlich, obwohl ich mich viel mit der Thematik beschäftige und viele Dinge im Bereich der digitalen Wissensvermittlung ausprobiere (und zum Glück auch ausprobieren kann), fällt diese Einschätzung sehr schwer.

Daher bin ich dazu übergegangen, sie zu umgehen. Ich frage mich nicht mehr, ob ich hier und davon was digitales in meinen Unterricht mit einbauen kann, ich überlege vielmehr, wie ich es schaffe, Schüler für meine Art der Wissensvermittlung (ja, ich weiß , blödes Wort in dem Kontext) zu begeistern und ihnen ein erfolgreiches Lernen zu ermöglichen. Denn darum geht es ja in der Schule, oder? Den Schülern das Lernen zu ermöglichen, damit sie gut vorbereitet in ihre berufliche Zukunft starten und aktiv ihr Leben gestalten können. Nicht? Dann begehe ich massive Fehler…

Natürlich ist viel, was sich in meinen Klassen abspielt, digital geprägt und ohne mobile Endgeräte teilweise gar nicht mehr möglich (Datenaustausch, Arbeitsblätter, Videos, Skripte, …). Betreibe ich deshalb digitale Bildung? Ich weiß es nicht…

Ist es nicht auch irrelevant, sich das zu fragen? Verkommt nicht eben genau deshalb digitale Bildung zu einem Buzzword, weil es keine einheitliche Begriffsdefinition gibt? Sollten wir nicht statt immer den Weg vom Analogen zum Digitalen zu fordern, eher den Weg von der reinen Stoffvermittlung hin zu schülerzentrierten Problemstellungen und -Lösungen gehen?

in meinen Augen bringt uns das als Lehrer automatisch einen Schritt weiter in Richtung eines zukunftsfähigen Unterricht. Pädagogik (und die Zukunft unserer Schüler) vor allem Rest 😊

 

Dafür? Dagegen? Warum nicht MIT?

Bei uns in der Schule ging jetzt ein Beitrag rum, in dem Gerald Lembke, Professor für digitale Medien, zu der Benutzung von Smartphones und Tablets im Unterricht interviewt wurde (anbei der Link: Beitrag SWR1). Einige Punkte sind hier in meinen Augen sehr kritisch und einseitig formuliert, weshalb ich nicht umhin gekommen bin, meinen Senf dazu zu geben:
1) Lembke spricht hauptsächlich über die Verwendung von digitalen Medien in Grundschulen. Da findet er sie nicht wirksam und unnötig und ich gebe ihm zu 100% Recht, da haben sie nix verloren. (Korrektur: nach einem langen und intensivem Austausch über Twitter revidiere ich meine Meinung hierzu, es kann Sinn machen) Grundschüler sind nun nicht die Zielgruppe, die ich unterrichte, sondern Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren. Im Beitrag wird diese Gruppe nur kurz erwähnt. Verweisen möchte ich hier gerne auch auf die 3-6-9-12 Faustregel von Philippe Wampfler (@phwampfler): https://schulesocialmedia.com/2017/02/08/kinder-medien-und-die-3-6-9-12-faustegel/
2) Ein weiterer komischer Punkt, der angesprochenen wird, ist das „Suchtverhalten“, das im Beitrag erwähnt wird. Hierbei sind laut Lembke aber die „Erwachsenen“ gemeint, die ja auch nicht unsere Zielgruppe ist. Unser Klientel verwendet sein Smartphone (und das Tablet) auch sehr häufig, keine Frage. Hier ist es vielleicht unsere Aufgabe und Herausforderung, diesen Konsum in geordnete produktive Bahne zu lenken. Ich denke, das können wir und sollten es auch können.
3) Der Punkt, der mir in seiner Argumentation am meisten aufstößt. Lembke positioniert sich als klarer Gegner der Verwendung von digitalen Medien in jedweder Form von Unterricht (ähnlich wie Manfred Spitzer, aber lassen wir das mal). Es kann doch aber in unserer Welt (die nun mal mehr und mehr digitalisiert ist bzw. wird) nicht mehr um das FÜR oder WIDER gehen, sondern sollte doch vielmehr das WIE ins Auge fassen. Wir bereiten unsere SuS ja auf das Berufsleben vor (als letzte Instanz davor). Relevante Kernkompetenzen wie beispielsweise kritisches Denken, Kollaborationsfähigkeit, Kreativität oder Kommunikationsfähigkeit brauchen sie dazu immer mehr (vgl. den Beitrag von Tobias Rodemerk (@integrate2learn: http://integrate2learn.de/2017/02/11/21st/)
Mit digitalen Medien als ERGÄNZUNG (und das wird auch immer gerne unter den Tisch fallen gelassen) zu gutem Unterricht (was auch im Beitrag betont wird: „Es kommt auf den Lehrer an“) kann man diese nun wunderbar schulen.
In diesem Sinne,…