Gedankensplitter #3 – Warum nicht jetzt?


Ich brenne für das, was ich tue. Ich mag meinen Beruf und die Arbeit mit den Jugendlichen (in meiner aktuellen Schule), weil ich das Gefühl habe, sie ein Stück weit auf ihrem Weg begleiten und ihnen was mitgeben zu können, das sie später einmal brauchen können. So weit, so gut…

Und dann kam Corona…

…und vieles von dem, was vorher so natürlich und selbstverständlich war, war auf einmal verschwunden. Keine feste Taktung durch einen Stundenplan mehr, keine Schüler, die Fragen stellen und aufpassen (oder eben nicht) und kein normaler Alltag mehr, dafür viel Ungewissheit und Fragen. Fragen wie:

  • Wie geht es weiter?
  • Wie lange dauert das?
  • Was ist zu tun und was müssen wir tun?
  • Wie machen wir das?

Alles berechtigte Fragen, die sich sehr an einer Schule orientieren, die andere Realitäten als Präsenzunterricht nicht kennt (und woher sollte sie das auch?). Eine ganz spannende Frage wurde in meinen Augen bisher zu wenig gestellt:

Warum überdenken wir Schule nicht jetzt?

Warum schauen wir nicht jetzt in dieser Zeit einmal genau auf die Punkte, die uns seit Wochen, Monaten, Jahren in der Seele brennen? Warum überdenken wir jetzt nicht einfach mal alles, was wir bisher als gegeben hingenommen haben? Was ist unser Konzept in dieser Zeit? Warum müssen wir uns rein auf die Abschlussklassen und die ach so wichtigen Prüfungen fokussieren und können nicht einfach versuchen, für alles Schülerinnen und Schüler da zu sein und sie mit spannenden und kreativen Lernangeboten fordern?
Gerade jetzt wäre in meinen Augen doch (neben dem vollkommen verständlichen Versuch, die aktuelle Situation zu meistern) die Gelegenheit, solche Fragen für jede Schule zu stellen und zu beantworten. Verändern wir den Blickwinkel und schauen neu drauf, begehen neue Wege und suchen neue Möglichkeiten. Oder liege ich da wohl falsch?

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