Classcraft neu entdeckt

Im Prinzip ist es wohl das selbe Bild, der selbe Ablauf, die selbe Geschichte wie immer: Es beginnt bei mir meistens mit Interesse, gefolgt von Begeisterung für etwas Neues, entwickelt sich dann zur Skepsis bis hin zur Aufgabe und irgendwann pendele ich mich bei einer sinnvollen Nutzung ein. So auch bei Classcraft.

Was ist Classcraft?

Ohne genau ins Detail gehen zu wollen (weil es solche Beschreibungen beispielsweise hier schon gibt): Classcraft ist ein Online-Rollenspiel, das von dem Zusammenspiel von Handlungen im Klassenzimmer und den Auswirkungen auf das Spiel (und deren Rückwirkungen auf die reale Welt) lebt. Prinzipiell kann man sagen: „Tue Gutes in der Schule dann hast du Gutes im Spiel dann hast du wieder Gutes in der Schule“. Aber seht selbst:

Warum Classcraft?

Ich entschied mich vor ca. 2 Jahren, Classcraft einmal auszuprobieren und mit zwei Klassen zu spielen, weil ich zu der Zeit eh ziemlich viel ausprobierte und mir der Slogan „Machen Sie Ihren Unterricht unvergesslich“ viel versprach. Also „installierte“ ich das Spiel in meinem Unterricht….und war fortan ziemlich viel mit Knöpfchen drücken beschäftigt, hier kommt der Grund:

Probleme/Skepsis mit Classcraft

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich (wie schon so oft 🙄) Fehler gemacht habe, beim ersten Versuch mit Classcraft zwei gravierende:

  1. Die Stantardeinstellungen einfach übernommen: war zu Beginn schon okay, hat aber null zu mir und meiner Art zu unterrichten gepasst. Bestes Beispiel war der „Hat eine Frage richtig beanwortet“-Button, der mich irgendwann in den Wahnsinn getrieben hat.
  2. Das Spiel im Alleingang installiert: Regeln, Kräfte und sonstige Einstellungen habe ich alleine eingeführt bzw. übernommen, die Schüler mussten da einfach mitziehen. Komisch, dass ich das nicht früher doof fand.

Hinterfragen und Ablegen

Es war mir also irgendwann zu blöd, 20 Mal in der Stunde den „Hat eine Frage richtig beanwortet“-Button zu drücken, okay. Außerdem stellte sich mir ernsthaft die Frage (und jetzt dürfen sich diejenigen, die bei dem Thema die „Bevahiourismus-Keule“ schwingen, ganz doll freuen), ob das Spiel nicht einfach nur mein Notensystem ersetzt und das Belohnungs-/Bestrafung- System der gewohnten Schule fördert. Kurzum, ich zweifelte so stark daran, dass ich es irgendwann einfach sein lies.

Classcraft wiederentdeckt

Ich weiß nicht mehr ganz genau, was mich dazu gebracht hat, Classcraft nochmals neu auszuprobieren. Es hat sicherlich viel mit einer Twitter-Diskussion über die Zeithaftigkeit des Spiels zu tun, in der ich involviert sein durfte (die Betroffenen (namentlich: Philippe Wampfler, Maik Riecken, Philipp Staubitz, Frank Lohrke, Marcus von Amsberg undTeacher Rogue One)  wissen da sicherlich mehr, vielen Dank an dieser Stelle für den Austausch). Ein weiterer Punkt war die Möglichkeit, meinen Schülern über die Quest-Funktion Aufgaben bereit zu stellen und einzusammeln (jaaa, da schaut ihr, ihr Moodle-Anhänger). Auf jeden Fall entschied ich mich dazu, Classcraft nochmals auszuprobieren und dabei auf folgendes zu achten:

  1. Classcraft gemeinsam mit der jeweiligen Klassen einführen und nicht einfach überstülpen
  2. Regeln, Kräfte und Einstellungen meinem Unterrichtsstil und meinen Vorstellungen nach zeitgemäßem Unterrichten anpassen
  3. Konsequent spielen, aber nicht auf Krampf immer spielen müssen (und das auch kommunizieren)

Classcraft im Lichte digitalisierender und zeitgemäßer Bildung?

Die große Frage, die sich mir bei der Wiedereinführung stellte (und auch aktuell immer noch stellt) ist die nach der Passung von dem Spiel in meinerm Unterricht und meinem Anspruch nach individuellen und zeitgemäßem Unterrichten. Kann ich solch ein (in der Basis Belohnungs-) System guten Gewissens in meinem Unterricht haben? Bisher ganz klar JA.<<<<<<
Natürlich ist es so, dass die Schüler nach Punkten geiern wie nach guten Noten, natürlich „bestrafe“ ich Fehlverhalten. Ist es mir das bei den (bisherigen) positiven Veränderungen wie wahnsinnig gesteigertert Motivation, Verbesserung und Auflockerung des Klassenklimas und (durch Probleme beim Aufgaben-Einsammeln) vertiefter Auseinandersetzung mit technischen Fragen wert? Auch hier JA.<<<<<<
Kann ich also sagen, dass man Classcraft als Tool für zeitgemäßen Unterricht einsetzen und empfehlen kann? In meinen Augen: JA. <<<<<<
Man musss und darf sich aber die Mühe machen, die Einstellungen von Grund auf zu überarbeiten und einzustellen. Habe ich das schon erreicht? TO BE CONTINUED 🙂<

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen, Kommentare, Kritik…

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