Dafür? Dagegen? Warum nicht MIT?

Bei uns in der Schule ging jetzt ein Beitrag rum, in dem Gerald Lembke, Professor für digitale Medien, zu der Benutzung von Smartphones und Tablets im Unterricht interviewt wurde (anbei der Link: Beitrag SWR1). Einige Punkte sind hier in meinen Augen sehr kritisch und einseitig formuliert, weshalb ich nicht umhin gekommen bin, meinen Senf dazu zu geben:
1) Lembke spricht hauptsächlich über die Verwendung von digitalen Medien in Grundschulen. Da findet er sie nicht wirksam und unnötig und ich gebe ihm zu 100% Recht, da haben sie nix verloren. (Korrektur: nach einem langen und intensivem Austausch über Twitter revidiere ich meine Meinung hierzu, es kann Sinn machen) Grundschüler sind nun nicht die Zielgruppe, die ich unterrichte, sondern Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren. Im Beitrag wird diese Gruppe nur kurz erwähnt. Verweisen möchte ich hier gerne auch auf die 3-6-9-12 Faustregel von Philippe Wampfler (@phwampfler): https://schulesocialmedia.com/2017/02/08/kinder-medien-und-die-3-6-9-12-faustegel/
2) Ein weiterer komischer Punkt, der angesprochenen wird, ist das „Suchtverhalten“, das im Beitrag erwähnt wird. Hierbei sind laut Lembke aber die „Erwachsenen“ gemeint, die ja auch nicht unsere Zielgruppe ist. Unser Klientel verwendet sein Smartphone (und das Tablet) auch sehr häufig, keine Frage. Hier ist es vielleicht unsere Aufgabe und Herausforderung, diesen Konsum in geordnete produktive Bahne zu lenken. Ich denke, das können wir und sollten es auch können.
3) Der Punkt, der mir in seiner Argumentation am meisten aufstößt. Lembke positioniert sich als klarer Gegner der Verwendung von digitalen Medien in jedweder Form von Unterricht (ähnlich wie Manfred Spitzer, aber lassen wir das mal). Es kann doch aber in unserer Welt (die nun mal mehr und mehr digitalisiert ist bzw. wird) nicht mehr um das FÜR oder WIDER gehen, sondern sollte doch vielmehr das WIE ins Auge fassen. Wir bereiten unsere SuS ja auf das Berufsleben vor (als letzte Instanz davor). Relevante Kernkompetenzen wie beispielsweise kritisches Denken, Kollaborationsfähigkeit, Kreativität oder Kommunikationsfähigkeit brauchen sie dazu immer mehr (vgl. den Beitrag von Tobias Rodemerk (@integrate2learn: http://integrate2learn.de/2017/02/11/21st/)
Mit digitalen Medien als ERGÄNZUNG (und das wird auch immer gerne unter den Tisch fallen gelassen) zu gutem Unterricht (was auch im Beitrag betont wird: „Es kommt auf den Lehrer an“) kann man diese nun wunderbar schulen.
In diesem Sinne,…

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