Ein Versuch hin zu mehr Offenheit und Kreativität

Es ist eigentlich eine Geschichte vom klassischen unterrichtlichen Think-Pair-Share, zumindest leite ich mir das so her. Die Idee dahinter war zum einen, die Strukturen des Raumes und der Zeit etwas zu öffnen oder aufzubrechen, zum anderen meine Schülerinnen und Schüler zu Kreativität „anzuleiten“, sofern das überhaupt geht. Was hab ich gemacht?

Ablauf

Als Ausgangspunkt diente mir und meiner Klasse folgender Arbeitsauftrag: https://www.tutory.de/worksheet/b2682169, der auf deutsch beschrieben, aber in der Fremdsprache auszuführen war.

  1. Think: Meine Schülerinnen und Schüler gingen gemeinsam mit mir zu nahegelegenen Einkaufszentrum und hatten den Auftrag, in Kleingruppen Fotos des Weges zu machen und der Dinge, die sie dort wahrnahmen. Das Alles schon mit dem Hintergedanken, dort eine Story zu finden und zu erzählen.
  2. Pair: Nachdem wir wieder in der Schule waren, sollte diese Story dokumentiert werden. Einzige Vorgaben waren hierbei, dass es ein Dokument als Basis geben sollte und dort sowohl die Bilder als auch die Story (als Text oder Audio) enthalten sein sollte. Viele Gruppen entschieden sich hier für Pages, manche für Book Creator. Da das gesamte Projekt über mehrere Stunden angelegt war, freute es mich besonders, dass viele Gruppen als ersten Arbeitsschritt ein kollaboratives Pages- oder Notizen- Dokument angelegt hatten, um dort gemeinsam zu arbeiten.
  3. Share: Nachdem die Gruppen ihre Dokumentation beendet hatten, sollten sie ihre Ergebnisse (=Stories) der restlichen Klasse präsentieren. Auch hier hatten sie wieder die freie Wahl der Art der Präsentation, einzige Vorgabe meinerseits war, dass es keine Standardpräsentation sein sollte (einer redet, der Rest steht teilnahmslos daneben). Hier entschieden sich manche für die „klassische“ Präsentation mit  Keynote und bereicherten die Darstellung mit szenischem Spiel, andere erstellten ein Video mit Clips aus der Geschichte und sorgten im Klassenzimmer für eine besondere Atmosphäre. Alles diente dem besseren Verständnis der Geschichte für die restliche Klasse.

Fazit

Ob das jetzt ein besonders innovatives Projekt war weiß ich nicht, glaube aber, dass das so oder so ähnlich bestimmt schon durchgeführt wurde. Hat es mir und der Klasse Spaß gemacht, daran zu arbeiten? Ja klar, auch wenn mir das gute Klassenklima sehr nützlich war. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass es ein weiterer Zugang zur Fremdsprache ist, den meine Schülerinnen und Schüler erfahren durften, und ich so ein wenig in der Lage bin, Kreativität herauszukitzeln. Zerreißt mich, wenn es nicht so ist…

#molol19 – Bauchgefühle

Warum nicht ein simpler Tweet? – Weil das zu wenig wäre.

Warum überhaupt dieser Post? – Weil ich was loswerden muss.

Warum überhaupt #molol19? – Weil es „mehr“ ist als nur eine Tagung.

Während zwei Tagen in Oldenburg durfte ich…

  • …an einer inspirierenden und toll organisierten Veranstaltung teilnehme.
  • …mit zwei Workshops einen kleinen und hoffentlich wertvollen Beitrag zu der Veranstaltung geben.
  • …mit vielen engagierten und sympathischen Leuten reden, ihnen zuhören und neues von ihnen lernen
  • …Kohlkönig werden (auch wenn ich immer noch nicht genau weiß, welche Kriterien da ausschlaggebend waren) 🙂

Mit welchen Gefühlen ich heimgefahren bin…

Zwei Tage auf so einer Veranstaltung haben mich unheimlich geschlaucht. Nicht wegen An- und Abreise (im Sturm, wie bei so einigen), nicht wegen wenig Schlaf (und vielleicht einem oder zwei Bieren), nicht wegen den vielen Menschen (und der Nervosität, Workshops zu geben). Nein, was mich tatsächlich fast erschlagen hat war der Input, den man dort bekommt. Inzwischen arbeite ich seit knapp vier Jahren mit digitalen Medien im Unterricht, war auf einigen Fortbildungen und Events, dennoch: Den Austausch und die Vernetzung, die ich bei solch einer Veranstaltung persönlich von den Leuten erfahre, sind atemberaubend und durch nichts zu ersetzen. Ich bin daher sehr dankbar, dort gewesen sein zu dürfen, von begeisternden Menschen zu lernen und selbst daran zu wachsen, meine Ideen vorzustellen. Auf der Molol traf ich (und das finde ich das wirklich Besondere explizit daran) Menschen, die sowohl engagiert und visionär als auch kompetent und vor allem wahnsinnig sympathisch sind. Finde ich nirgendwo sonst, wenn ich ehrlich bin. Mega!

„Dein Ernst, Digga?“ – Rezension des neuen Blume-Buches

„Dein Ernst, Digga?“

So zumindest meine erste gedankliche Reaktion auf das neue Blume-Buch “ABC der wissensdurstigen Mediennutzer” und auf die Bitte, es zu rezensieren. Aus drei Gründen bzw. Fragen:

  1. Was für ein wahnsinniges Arbeitstempo legt der vor?
  2. Was kann denn ausgerechnet ich dazu sagen oder schreiben?
  3. Steht da noch irgendwas drin, von dem ich noch nix gehört hab?

Die ersten beiden Fragen kann ich wohl nicht beantworten, bei der dritten Frage ist meine Antwort (ohne das überheblich zu meinen) ein klares “Nein”. Warum ich das Buch trotzdem intensiv empfehlen würde und werde? Weil es einen wahnsinnig guten Überblick gibt, und zwar über die aktuell wichtigen und drängenden Themen im Bereich “Schule und digitale Welt”, ein Selbst- und Schnelllehrgang für den Einbezug von digitalen Medien und Themen in den Schulalltag quasi. Umfassend geschrieben von A-Z finde ich kein Thema, das ich aus den aktuellen Debatten oder meine eigenen Erfahrung vermissen würde. Chapeau, sehr gelungen!

Besonders gut gefällt mir der Aufbau der einzelnen Kapitel, die zunächst einen Lebensweltbezug anhand eines Beispiels oder einer Metapher herstellen und dann in die Beschreibung und “ins Detail” gehen (in Anführungszeichen weil es bei der Fülle an Themen und ihres Umfangs in einer Übersicht wohl kein Detail geben kann).

Die einzelnen Themen beschreibt Bob kurzweilig, interessant und oft humorvoll, insgesamt liest sich das Buch sehr angenehm. Alles in Allem (wie schon angedeutet) eine ganz klare Leseempfehlung.

Das Buch möchte einen Einstieg in die digitale Welt ermöglichen und Mut machen, die aktuellen Themen in das unterrichtliche Handeln mit einzubeziehen. Beides gelingt dir hier mit Bravour, lieber Bob. Dein Ernst, Digga? Ja, aber hallo! 😉

 

Von Hasen und Griechen – Twitter und so 2018/19

Gedanken zu Austausch und Vernetzung… aus persönlicher Perspektive.

Ich mag Twitter, ich schätze den Austausch und die Inspiration dort. Ich kann inzwischen auch unterscheiden zwischen Diskussionen, in die ich mich einmischen will, und Diskussionen, bei denen ich mir nur die Finger verbrennen kann. Kurzum: 2018 auf Twitter hat meinen Horizont wahnsinnig erweitert und mir viele Türen aufgemacht. Dafür ein Danke an alle Beteiligten.

Was ich aber in diesem Jahr kennen und schätzen lernen durfte (und vorher nie so erfahren hatte) war der „Twitter-Darkchannel“, quasi die nicht-öffentliche Vernetzung und den intensiveren Austausch (weil unter anderem nicht dauernd ein Dritter bei Diskussionen reinlabert). Das hat sich für mich vor allem auf persönlicher Ebene als wahre Schatzkiste erwiesen und ich habe dort wahnsinnig viele tolle und nette Menschen kennengelernt (und später auch im realen Leben). Auch dafür bin ich (wer sich angesprochen fühlen möchte: Herzliche Einladung dazu) euch sehr dankbar.

In diesem Sinne: eine gesegnete Zeit am Ende des Jahres und einen geilen Start ins Jahr 2019! Ich freu mich auf euch…

Augmented Reality als Hörverstehen – Teil 1

Kurze Unterrichtsidee, die ich vorhabe: Bisher habe ich Augmented Reality über die App HP Reveal hauptsächlich dazu eingesetzt, dass meine Schüler z.B. ein Plakat erstellen und das als Triggerfoto für eine tiefere Erklärung mittels eines dazugehörigen Videos nutzen… Klassisch quasi.

Was ich nun vorhabe: Die Schüler erhalten ein AB, mit dem sie Hörverstehen geschult bekommen. Im Klassenzimmer verteilt finden sich Triggerpunkte, die die einzelnen Audios beinhalten. Sie gehen also durch den Raum, suchen die Punkte, hören sich den Text an und bearbeiten so die Aufgabe.

Ob das funktioniert? Bin ich sehr gespannt…

Ist das sinnvoll und zeitgemäß? Bin ich noch nicht ganz schlüssig…

Warum mache ich das? Ich möchte ein mobiles Lernen im Unterricht haben und gleichzeitig was vermitteln. Dieser Weg scheint mir geeignet dafür…

Wie das war? Werde ich berichten…

Augmented Reality als Hörverstehen – Teil 1

Kurze Unterrichtsidee, die ich vorhabe: Bisher habe ich Augmented Reality über die App HP Reveal hauptsächlich dazu eingesetzt, dass meine Schüler z.B. ein Plakat erstellen und das als Triggerfoto für eine tiefere Erklärung mittels eines dazugehörigen Videos nutzen… Klassisch quasi.

Was ich nun vorhabe: Die Schüler erhalten ein AB, mit dem sie Hörverstehen geschult bekommen. Im Klassenzimmer verteilt finden sich Triggerpunkte, die die einzelnen Audios beinhalten. Sie gehen also durch den Raum, suchen die Punkte, hören sich den Text an und bearbeiten so die Aufgabe.

Ob das funktioniert? Bin ich sehr gespannt…

Ist das sinnvoll und zeitgemäß? Bin ich noch nicht ganz schlüssig…

Warum mache ich das? Ich möchte ein mobiles Lernen im Unterricht haben und gleichzeitig was vermitteln. Dieser Weg scheint mir geeignet dafür…

Wie das war? Werde ich berichten…

Medien-What? Mischungsverhältnisse…

Situation

Nun ist es also auch bei uns (als Schule, weil es von uns verlangt werden wird) und mir (als Person, weil ich als Multimediaberater an der Schule das hauptverantwortlich aufsetzen dürfen werde) angekommen, das Medienkonzept, wahlweise Medienentwicklungsplan. Und seitdem bewege ich mich in vielerlei Hinsicht zwischen den Welten…und es sind mehr Frage als Antworten, was aber vielleicht auch ganz gut ist. Konkret spukt in meinem Kopf herum:

  • Wie visionär darf das Konzept sein?
  • Wie kommen wir auf den kleinsten gemeinsamen Nenner?
  • Wo ist es besser, pragmatisch zu denken und wo hinderlich?
  • Wie bekomme ich alle oder möglichst viele KuK mit ins Boot?
  • Wo wollen wir als Schule hin, welcher Herausforderungen warten auf dem Weg auf uns?

Hintergrund

Als berufliche Schule geht es uns im Bereich Ausstattung und Medien relativ gut, unser Schulträger findet die Digitalisierung an seinen Schulen sinnvoll und fördert uns dementsprechend, möchte dafür aber auch ein tragfähiges Konzept sehen, also (zum Glück) nicht einfach „Da, nehmt Geräte und probiert/macht/arbeitet“. Soviel zum Positiven…

Schwierig wird es bei der konkreten Umsetzung eines Konzepts, da es hier zwar Vorlagen von Seiten des LMZ Baden-Württemberg gibt (Medienentwicklungsplan LMZ), diese aber lediglich auf allgemeinbindende Schulen anzuwenden sind und nicht mit der Vielfach an Schularten an einem beruflichen Bildungszentrum rechnen. Schwierig…

Was mir bei einer Planung des Vorgehens und bei allen Überlegungen wieder einmal sehr geholfen hat war das Netz mit seiner Fülle an Ideen. Konkret hier der Artikel von Maik Riecken (Medienkonzeptentwicklung) über die einzelnen Schritte hin zu einem Medienkonzept.

Umsetzungsversuch

Ich versuche zu skizzieren, welche Überlegungen uns treiben, welche Ideen wir bisher zusammen haben und was mögliche Eckpfeiler sind. Mit diesen Eckpfeilern, die sehr allgemein gehalten sind, möchte ich auch gleich beginnen.Wir möchten gerne setzen auf:

  1.  mobile Endgeräte
  2. schrittweiser Ausbau einer schulgesamten tragfähigen WLAN-Lösung
  3. konzeptionelle Verankerung
  4. Fort – und Weiterbildungen

Da hat sicher jeder schon einmal irgendwo gelesen und ist jetzt glaub auch nicht so revolutionär, muss aber dennoch als Ausgangspunkt genannt werden.

Zeitplanung:

  • Dezember 2018: Information zu Medienkonzept, Umfrage (und Geräte)
  • Januar 2019: Auftrag an Evalutaions-Gruppe zur Erstellung einer Umfrage mit den Zielen:
    • Erfassung aktueller Medieneinsatz (nach Abteilung?)
    • Erfassung Vorwissen (und Motivation) des Kollegiums
    • Gewünschter und geplanter Medieneinsatz
    • Pädagogisch-didaktische Ziele
    • Sich aus Zielen ableitender Fortbildungsbedarf
    • Gerätevorstellungen zur Umsetzung der Ziele
  • bis spätestens Februar 2019: Umfrage im Kollegium zu aktuellem Medieneinsatz, Vorwissen, pädagogisch-didaktischen Zielen und (personenscharf) Gerätebedarf
  • Februar 2019: Treffen AK „Zeitgemäße/Digitale Schule“ mit Diskussion über Umfrageergebnisse und Planung weiteres Vorgehen
  • Bis Ende März 2019: Auswertung des Fragebogens und auf Basis der Auswertung Zielbesprechung, erste Konzept-Sammelphase
  • Ende März 2019: Info ans Kollegium über aktuellen Stand und:
    • Veröffentlichung der Auswertung
    • Bitte um Mitarbeit (Ansprechpartner pro Abteilung)
    • An- und Absprache MMB´s über konzeptionelle Arbeit
  • März bis Juli 2019: Fixierung der Eckpfeiler/Säulen eines schulinternen Medienkonzepts (und mögliche Fortbildungen/Schilfs/MiFoBis, etc.) durch Schulleitung und Multimediaberater
  • Juli 2019: GLK mit Information über Vorgehen
  • Juli/September bis Herbst 2019: Sammlung Workshop (WS)-Angebote aus dem Kollegium (Einbezug AK „Zeitgemäße/Digitale Schule“)
  • Herbst 2019 (kurz vor Herbstferien): Pädagogischer Halbtag Teil 1 zweigleisig:
    • Input-Vortrag über Schulentwicklung in der beruflichen Perspektive
    • Workshops innerschulisch (durch Kollegium)
  • Herbstferien 2019: Sackenlassen der (neuen) Ideen
  • Zwischen Herbst- und Weihnachtsferien 2019: Pädagogischer Halbtag Teil 2
    • Aufarbeitung von Teil 1
    • Konzeptionelle Abteilungs-/ Fachschaftsarbeit

Knackpunkte

Zwei große Knackpunkte sehe ich auf uns zukommen:

  1. Der Weg vom technischen Verständnis hin zur Vision: Was bringt mir die beste Ausstattung, wenn ich nicht weiß, was ich damit mache will? Wie lassen wir tatsächlich Veränderungen zu? Wo wollen wir überhaupt als Schule hin? Solche Fragen haben wir bisher noch nicht beantwortet und es wird ein spannender Prozess sein…
  2. Die Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nennern: Welche Veränderungen und Entwicklungen können tatsächlich alle Kollegen mit tragen oder zumindest tolerieren? Wo können alle mit (oder zumindest die große Mehrheit)? Und vor allem: Wie schaffen wir es, die Vielfalt unserer Schularten mit in das Konzept und die Idee zu integrieren?

Spannende Monate stehen mir und uns bevor, aber noch freue ich mich drauf….