Mein erstes Mal…. Digitale Unterrichtswerkstatt mit der Pacemaker Initiative

Am 21. August 2019 durfte ich zum ersten Mal als „Digitalexperte“ an einer digitalen Unterrichtswerkstatt, initiiert, geplant und organisiert durch die Pacemaker Initiative, teilnehmen. Eines vorweg: eine durchweg interessante und bereichernde Erfahrung für mich, aber der Reihe nach.

Erster Kontakt

Nachdem ich bei der Mobile Learning Conference in Karlsruhe als Referent tätig war, wurde ich von der Pacemaker Initiative mit der Frage kontaktiert, ob ich Interesse hätte, eine „Digitale Unterrichtswerkstatt (DUW)“ mitzugestalten. Nach einigem (zugegebenermaßen wenigem) Überlegen sagte ich zu, da mich die Idee und das Konzept sehr ansprach.

Das Konzept einer DUW

Im Prinzip ist das Konzept einer DUW für mich eine sehr nachhaltige Sache, man geht an eine Schule, die sich „auf den Weg machen“ will hin zu digitalem Unterricht und plant gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen eine digitale und zeitgemäße Unterrichtssequenz. Gleichzeitig werden einige Schülerinnen und Schüler durch die Pacemaker Initiative zu sogenannten „Digital-Experten“ ausgebildet und sollen danach als Mentoren für ihre Mitschüler dienen (so zumindest habe ich es in Erinnerung behalten).

Erfahrungen

Generell habe ich die Zusammenarbeit mit meinem Tandempartner als sehr harmonisch und gewinnbringend für beide Seiten empfunden, nachdem der Erstkontakt von der Pacemaker Initiative hergestellt wurde:  Wir haben dann einen Telefon-Termin vereinbart und bis dahin grob Thema und Fach (Überraschung, Musik) abgesprochen. Am Telefon gab es dann Austausch über Klassen und mögliche Themen. Mein Tandem hat mir dann Vorschläge gemacht, was er gerne machen würde. Daraufhin hab ich ne Idee geschrieben, wie wir das ganze digital anreichern könnten. Er hat sich dann ein Thema ausgesucht (und eine Klasse), welches für ihn gut und interessant war. Danach hab ich einen ersten Pitch Projektplan und Verlauf erstellt. Dazwischen gab es immer wieder Kontakt über Telefon, Mail, Whatsapp….

Im Prinzip lief es gefühlt so ab wie ein begleiteter Unterrichtsbesuch im Referendariat: mein Tandem hatte Ideen und ich konnte dann sagen was mit was geht. Also die gesamte Planung lief gemeinsam, was ich relativ gut fand. Am Vorabend bzw. am Tag der DUW haben wir dann kurz geklärt und abgesprochen, welche Tools wir letztendlich verwenden wollen und dem Ganzen einen letzten Schliff gegeben. Die meisten Dokumente hab ich selbst erstellt, aber das war eher zur Dokumentation. 

Ich empfand unsere Zusammenarbeit als gut und gleich verteilt, da jeder in seiner jeweiligen Expertise etwas beisteuern konnte und wir uns sehr gut ergänzt haben. Ich habe mich dabei eher in der dienenden Rolle gesehen und wahrgenommen und deshalb versucht, Sachen zu machen, die mein Tandem danach auch noch und wieder nutzen kann, was auch gut funktionierte und auch gut angenommen wurde. Wir haben uns vor Ort ausgetauscht und es gab sowohl Feedback von den Schülerinnen und Schülern als auch zwischen uns. Es war in meinen Augen schön rund, kann aber natürlich auch ganz anders laufen…Insgesamt bleibt aber viel Positives hängen.

Besonderheiten

Was mich bei der gesamten DUW sehr begeistert hat, war die gute Organisation und die Ansprechbarkeit der Pacemaker Initiative, so dass ich mich sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt habe (euch direkt ein Dank). Auch die Schule war sehr zuvorkommend. Bei der gesamten Geschichte hatte ich stets das Gefühl, das dies eine sehr nachhaltige Möglichkeit sein kann, Unterrichtsentwicklung hin zu digitalem und zeitgemäßen Unterricht anzustoßen und zu verwirklichen, da die Planung der Unterrichtseinheit gemeinsam erfolgt und jeder die Möglichkeit hat, sich in seiner jeweiligen Entwicklung einzubringen und auszutoben. Es würde mich sehr freuen, wenn dieses Modell Schule macht und neben Fortbildungen, Events und Barcamps weiterhin zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt.

Ein Versuch hin zu mehr Offenheit und Kreativität

Es ist eigentlich eine Geschichte vom klassischen unterrichtlichen Think-Pair-Share, zumindest leite ich mir das so her. Die Idee dahinter war zum einen, die Strukturen des Raumes und der Zeit etwas zu öffnen oder aufzubrechen, zum anderen meine Schülerinnen und Schüler zu Kreativität „anzuleiten“, sofern das überhaupt geht. Was hab ich gemacht?

Ablauf

Als Ausgangspunkt diente mir und meiner Klasse folgender Arbeitsauftrag: https://www.tutory.de/worksheet/b2682169, der auf deutsch beschrieben, aber in der Fremdsprache auszuführen war.

  1. Think: Meine Schülerinnen und Schüler gingen gemeinsam mit mir zu nahegelegenen Einkaufszentrum und hatten den Auftrag, in Kleingruppen Fotos des Weges zu machen und der Dinge, die sie dort wahrnahmen. Das Alles schon mit dem Hintergedanken, dort eine Story zu finden und zu erzählen.
  2. Pair: Nachdem wir wieder in der Schule waren, sollte diese Story dokumentiert werden. Einzige Vorgaben waren hierbei, dass es ein Dokument als Basis geben sollte und dort sowohl die Bilder als auch die Story (als Text oder Audio) enthalten sein sollte. Viele Gruppen entschieden sich hier für Pages, manche für Book Creator. Da das gesamte Projekt über mehrere Stunden angelegt war, freute es mich besonders, dass viele Gruppen als ersten Arbeitsschritt ein kollaboratives Pages- oder Notizen- Dokument angelegt hatten, um dort gemeinsam zu arbeiten.
  3. Share: Nachdem die Gruppen ihre Dokumentation beendet hatten, sollten sie ihre Ergebnisse (=Stories) der restlichen Klasse präsentieren. Auch hier hatten sie wieder die freie Wahl der Art der Präsentation, einzige Vorgabe meinerseits war, dass es keine Standardpräsentation sein sollte (einer redet, der Rest steht teilnahmslos daneben). Hier entschieden sich manche für die „klassische“ Präsentation mit  Keynote und bereicherten die Darstellung mit szenischem Spiel, andere erstellten ein Video mit Clips aus der Geschichte und sorgten im Klassenzimmer für eine besondere Atmosphäre. Alles diente dem besseren Verständnis der Geschichte für die restliche Klasse.

Fazit

Ob das jetzt ein besonders innovatives Projekt war weiß ich nicht, glaube aber, dass das so oder so ähnlich bestimmt schon durchgeführt wurde. Hat es mir und der Klasse Spaß gemacht, daran zu arbeiten? Ja klar, auch wenn mir das gute Klassenklima sehr nützlich war. Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass es ein weiterer Zugang zur Fremdsprache ist, den meine Schülerinnen und Schüler erfahren durften, und ich so ein wenig in der Lage bin, Kreativität herauszukitzeln. Zerreißt mich, wenn es nicht so ist…

#molol19 – Bauchgefühle

Warum nicht ein simpler Tweet? – Weil das zu wenig wäre.

Warum überhaupt dieser Post? – Weil ich was loswerden muss.

Warum überhaupt #molol19? – Weil es „mehr“ ist als nur eine Tagung.

Während zwei Tagen in Oldenburg durfte ich…

  • …an einer inspirierenden und toll organisierten Veranstaltung teilnehme.
  • …mit zwei Workshops einen kleinen und hoffentlich wertvollen Beitrag zu der Veranstaltung geben.
  • …mit vielen engagierten und sympathischen Leuten reden, ihnen zuhören und neues von ihnen lernen
  • …Kohlkönig werden (auch wenn ich immer noch nicht genau weiß, welche Kriterien da ausschlaggebend waren) 🙂

Mit welchen Gefühlen ich heimgefahren bin…

Zwei Tage auf so einer Veranstaltung haben mich unheimlich geschlaucht. Nicht wegen An- und Abreise (im Sturm, wie bei so einigen), nicht wegen wenig Schlaf (und vielleicht einem oder zwei Bieren), nicht wegen den vielen Menschen (und der Nervosität, Workshops zu geben). Nein, was mich tatsächlich fast erschlagen hat war der Input, den man dort bekommt. Inzwischen arbeite ich seit knapp vier Jahren mit digitalen Medien im Unterricht, war auf einigen Fortbildungen und Events, dennoch: Den Austausch und die Vernetzung, die ich bei solch einer Veranstaltung persönlich von den Leuten erfahre, sind atemberaubend und durch nichts zu ersetzen. Ich bin daher sehr dankbar, dort gewesen sein zu dürfen, von begeisternden Menschen zu lernen und selbst daran zu wachsen, meine Ideen vorzustellen. Auf der Molol traf ich (und das finde ich das wirklich Besondere explizit daran) Menschen, die sowohl engagiert und visionär als auch kompetent und vor allem wahnsinnig sympathisch sind. Finde ich nirgendwo sonst, wenn ich ehrlich bin. Mega!

„Dein Ernst, Digga?“ – Rezension des neuen Blume-Buches

„Dein Ernst, Digga?“

So zumindest meine erste gedankliche Reaktion auf das neue Blume-Buch “ABC der wissensdurstigen Mediennutzer” und auf die Bitte, es zu rezensieren. Aus drei Gründen bzw. Fragen:

  1. Was für ein wahnsinniges Arbeitstempo legt der vor?
  2. Was kann denn ausgerechnet ich dazu sagen oder schreiben?
  3. Steht da noch irgendwas drin, von dem ich noch nix gehört hab?

Die ersten beiden Fragen kann ich wohl nicht beantworten, bei der dritten Frage ist meine Antwort (ohne das überheblich zu meinen) ein klares “Nein”. Warum ich das Buch trotzdem intensiv empfehlen würde und werde? Weil es einen wahnsinnig guten Überblick gibt, und zwar über die aktuell wichtigen und drängenden Themen im Bereich “Schule und digitale Welt”, ein Selbst- und Schnelllehrgang für den Einbezug von digitalen Medien und Themen in den Schulalltag quasi. Umfassend geschrieben von A-Z finde ich kein Thema, das ich aus den aktuellen Debatten oder meine eigenen Erfahrung vermissen würde. Chapeau, sehr gelungen!

Besonders gut gefällt mir der Aufbau der einzelnen Kapitel, die zunächst einen Lebensweltbezug anhand eines Beispiels oder einer Metapher herstellen und dann in die Beschreibung und “ins Detail” gehen (in Anführungszeichen weil es bei der Fülle an Themen und ihres Umfangs in einer Übersicht wohl kein Detail geben kann).

Die einzelnen Themen beschreibt Bob kurzweilig, interessant und oft humorvoll, insgesamt liest sich das Buch sehr angenehm. Alles in Allem (wie schon angedeutet) eine ganz klare Leseempfehlung.

Das Buch möchte einen Einstieg in die digitale Welt ermöglichen und Mut machen, die aktuellen Themen in das unterrichtliche Handeln mit einzubeziehen. Beides gelingt dir hier mit Bravour, lieber Bob. Dein Ernst, Digga? Ja, aber hallo! 😉

 

Von Hasen und Griechen – Twitter und so 2018/19

Gedanken zu Austausch und Vernetzung… aus persönlicher Perspektive.

Ich mag Twitter, ich schätze den Austausch und die Inspiration dort. Ich kann inzwischen auch unterscheiden zwischen Diskussionen, in die ich mich einmischen will, und Diskussionen, bei denen ich mir nur die Finger verbrennen kann. Kurzum: 2018 auf Twitter hat meinen Horizont wahnsinnig erweitert und mir viele Türen aufgemacht. Dafür ein Danke an alle Beteiligten.

Was ich aber in diesem Jahr kennen und schätzen lernen durfte (und vorher nie so erfahren hatte) war der „Twitter-Darkchannel“, quasi die nicht-öffentliche Vernetzung und den intensiveren Austausch (weil unter anderem nicht dauernd ein Dritter bei Diskussionen reinlabert). Das hat sich für mich vor allem auf persönlicher Ebene als wahre Schatzkiste erwiesen und ich habe dort wahnsinnig viele tolle und nette Menschen kennengelernt (und später auch im realen Leben). Auch dafür bin ich (wer sich angesprochen fühlen möchte: Herzliche Einladung dazu) euch sehr dankbar.

In diesem Sinne: eine gesegnete Zeit am Ende des Jahres und einen geilen Start ins Jahr 2019! Ich freu mich auf euch…

Augmented Reality als Hörverstehen – Teil 1

Kurze Unterrichtsidee, die ich vorhabe: Bisher habe ich Augmented Reality über die App HP Reveal hauptsächlich dazu eingesetzt, dass meine Schüler z.B. ein Plakat erstellen und das als Triggerfoto für eine tiefere Erklärung mittels eines dazugehörigen Videos nutzen… Klassisch quasi.

Was ich nun vorhabe: Die Schüler erhalten ein AB, mit dem sie Hörverstehen geschult bekommen. Im Klassenzimmer verteilt finden sich Triggerpunkte, die die einzelnen Audios beinhalten. Sie gehen also durch den Raum, suchen die Punkte, hören sich den Text an und bearbeiten so die Aufgabe.

Ob das funktioniert? Bin ich sehr gespannt…

Ist das sinnvoll und zeitgemäß? Bin ich noch nicht ganz schlüssig…

Warum mache ich das? Ich möchte ein mobiles Lernen im Unterricht haben und gleichzeitig was vermitteln. Dieser Weg scheint mir geeignet dafür…

Wie das war? Werde ich berichten…

Augmented Reality als Hörverstehen – Teil 1

Kurze Unterrichtsidee, die ich vorhabe: Bisher habe ich Augmented Reality über die App HP Reveal hauptsächlich dazu eingesetzt, dass meine Schüler z.B. ein Plakat erstellen und das als Triggerfoto für eine tiefere Erklärung mittels eines dazugehörigen Videos nutzen… Klassisch quasi.

Was ich nun vorhabe: Die Schüler erhalten ein AB, mit dem sie Hörverstehen geschult bekommen. Im Klassenzimmer verteilt finden sich Triggerpunkte, die die einzelnen Audios beinhalten. Sie gehen also durch den Raum, suchen die Punkte, hören sich den Text an und bearbeiten so die Aufgabe.

Ob das funktioniert? Bin ich sehr gespannt…

Ist das sinnvoll und zeitgemäß? Bin ich noch nicht ganz schlüssig…

Warum mache ich das? Ich möchte ein mobiles Lernen im Unterricht haben und gleichzeitig was vermitteln. Dieser Weg scheint mir geeignet dafür…

Wie das war? Werde ich berichten…